Pressemitteilung:

Bürger berieten über Erweiterung der Gedenkstätte Berliner Mauer: „Keine Überformung des historischen Geländes“ (6.9.2006)

Am Abend des 5. September präsentierten der Verein Berliner Mauer und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung die bisher gesammelten Ergebnisse des Bürgerdialogs über die Erweiterung der Gedenkstätte Berliner Mauer und stellten diese in einem neuartigen interaktiven Abstimmungsverfahren zur Diskussion. Jeder über 60 anwesenden Bürgerinnen und Bürger konnte mit so genannten Keypads seine Einschätzung zum Thema abgeben. Die Umfrageergebnisse wurden direkt auf zwei Leinwänden präsentiert und fließen nun in den Gestaltungswettbewerb zur Erweiterung der Gedenkstätte ein.

Ergebnisse der Abstimmung und freien Diskussion

Auf die Frage nach der zukünftigen Gestaltung der Gedenkstätte sprachen sich drei Viertel (76%) der Anwesenden für eine eher zurückhaltende Markierung der historischen Spuren auf dem Gelände aus. Für die Möglichkeit, der Geschichte der Teilung in einer parkähnlichen Landschaft zu erinnern, votierten 14 Prozent. Jeweils fünf Prozent bevorzugten die Gestaltung eines großflächigen Denkmals oder eine Inszenierung der Geschichte mit Eventcharakter. Gleichzeitig meldeten sich mehrere Bürger zu Wort, die ein Nebeneinander der verschiedenen Optionen forderten. Dr. Gabriele Camphausen, Vorsitzende des Vereins Berliner Mauer, begrüßte diesen Ansatz. Anspruch des Vereins sei es, auf dem Gelände der erweiterten Gedenkstätte sowohl Raum für stilles Gedenken an die Opfer des Grenzregimes zu geben als auch adäquat über die historischen Hintergründe von Mauerbau und Teilung zu informieren.

Zwei Drittel (60%) der Befragten stimmten dafür, den ehemaligen Grenzstreifen in der Bernauer Straße über die bisher geplanten Kernbereiche der Erweiterung (Gartenstraße bis Brunnenstraße) hinaus von Bebauung frei zu halten. Die von der Mauer geschlagene Brache solle vom Nordbahnhof bis zum Mauerpark erhalten blieben. Hilmar von Lowjewski von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gab die hohen Kosten, die durch diese Freihaltung für die öffentlichen Kassen entstünden, zu bedenken, versprach jedoch eine Realisierung zu prüfen.

In der offenen Diskussion erging von mehreren Bürgern der Appell an die Bundespolitik, dem Land Berlin in der Umsetzung des Gesamtkonzepts zur Erinnerung an die Berliner Mauer ausreichende finanzielle Hilfe zuzusichern. In die Diskussion eingebracht wurde ebenso der Vorschlag die Mauer exemplarisch und in Teilen zu rekonstruieren, wobei eine symbolische Überhöhung auf jeden Fall vermieden werden solle.

Das elektronische Beteiligungsverfahren ermöglichte die Erhebung statistischer Grunddaten: Das Alter der Teilnehmer lag zwischen 18 und über 65 Jahren. Am stärksten vertreten war die Gruppe im Alter von 35 bis 45 Jahren. Mit 68 Prozent kam ein Großteil der Teilnehmer aus der unmittelbaren Nachbarschaft der Gedenkstätte. Der Anteil der Ost- und Westberliner wie auch die Geschlechterverteilung hielten sich die Waage.

Die Bürgerbeteiligung wird fortgesetzt. Am Tag des Offenen Denkmals finden Sonderführungen zur Erweiterung der Gedenkstätte statt (9./10.9., jeweils um 11, 14 und 16 Uhr, Treffpunkt: Bernauer Str. 111). Interessierte können zudem die Planung bis zum 13. Oktober in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung einsehen und kommentieren. (Tel: 9025 2087)

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Thomas Klein
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Gedenkstätte Berliner Mauer
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